Veranstaltungen

27.10.22 Wenn graue Panther reisen – mit Familie Lottermoser durch Skandinavien

Maria und Uwe Lottermoser haben sich Ihren Traum erfüllt. Seit vielen Jahren bereisen die beiden „grauen Panther” mit ihrem Wohnmobil die Welt. In liebevoll zusammengestellten Vorträgen berichten sie darüber. Bei BürgerBildungBrandenburg schilderten sie am 27. Oktober ihre Erfahrungen einer Filmreise von Norwegen über Finnland nach Schweden. Viele Naturerlebnisse, Begegnungen mit Menschen und kleine Tipps und Hinweise für eigene Reisen faszinierten die Besucherinnen und Besucher.

22.09.22 Clankriminalität in Berlin und Brandenburg

Clankrimininalität ist nicht nur in Großstädten ein Thema. Auch im ländlichen Brandenburg breiten sich organisierte Strukturen aus, die unseren Rechtsstaat in Frage stellen und rechtsfreie Räume schaffen. Tagesspiegel-Redakteur Hannes Heine befasst sich seit Jahren mit der Thematik. Er berichtete unseren Mitgliedern und Gästen, wie kriminelle Banden versuchen, die Macht zu übernehmen und welche Möglichkeiten bestehen, dem Einhalt zu gebieten. Die Moderation übernahm dankenswerterweise unser Mitglied Johannes Burczyk.

24.07.22 BBB entdeckt die Langsamkeit

Der sommerliche Ausflug des Vereins führte uns in diesem Jahr am 24. Juli ins Theater am Rand nach Zollbrücke. Dort las Thomas Rühmann aus Sten Nadolnys Erfolgsroman „Die Entdeckung der Langsamkeit”. Beeindruckend die Fähigkeit Rühmanns, sehr lange Textpassagen zu memorieren und zu rezitieren. Das ist große Schauspielkunst. Pianist Clemens Poetzsch sorgte dafür, dass die Zuschauer und Zuhörer in langsamen Klangwelten treiben konnten. Ein sommerlicher Theaterabend in einem ungewöhnlichen Theater.

19.05.22 Osteuropa-Experte Stefan Meister erwartet keine schnelle Beendigung des Russland-Ukraine-Krieges

Brandaktuell war die Veranstaltung von BürgerBildungBrandenburg am 19. Mai 2022. Der Krieg in der Ukraine und die deutsch-russischen Beziehungen sind ein Thema, das bewegt und erschüttert. Dem Verein ist es gelungen, den renommierten Experten Dr. Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik zu gewinnen. Bis zuletzt war es unsicher, ob der gefragte Wissenschaftler wirklich kommen würde, hatte er doch viele Fernseh- und Radiotermine zu absolvieren.

Stefan Meister erläuterte den historischen Hintergrund des Krieges und kritisierte, dass die deutsche Außenpolitik das Umschwenken Putins auf eine immer mehr anti-westliche Diktatur zwar erkannt, aber nicht angemessen reagiert habe. Spätestens seit 2014 hätte es eines strikteren Kurses bedurft. Wirtschaftliche Gründe hätten dies verhindert. Es sei nicht zu erwarten, dass dieser Krieg bald enden werden. Er rechne mit einem “low intensity war” in den Donbass-Republiken und der Krim, einer systematischen Destabilisierung der Ukraine durch russische Kampf- und Cyberattacken. Europa müsse mehr und langfristig in Verteidigung investieren und Sanktionen auch durchhalten. Putins „Blitzkrieg” sei zwar gescheitert, aber die Ziele des russischen Diktators haben sich nicht geändert.

Es verwundert nicht, dass die Diskussion in der “Angerscheune” kontrovers verlief. Unterschiedliche Meinungen mit viel Detailinformationen kamen auch von den Gästen. Geopolitische Aspekte des Verhältnisses zu den USA und China spielten ebenso eine Rolle wie die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Energie- und Lebensmittelpreise. Ein spannender Blick in die Weltpolitik.

24.03.22 Der Wanderschäfer mit Knut Kucznik

Einen Schäfer stellt man sich in der Regel schweigsam und introvertiert vor. Knut Kucznik ist das genaue Gegenteil. Locker, manchmal frech und provokativ, erzählte er am 24. März über die Probleme der heutigen Schafzüchter, deren Chef er in Berlin und Brandenburg ist. Bürokratie, Preiskampf und das Nachwuchsproblem, weil junge Leute kaum bereit sind, sich auch am Wochenende um eine Herde von 400 Schafen zu kümmern - Kucznik, der “Wanderschäfer” hält mit klaren Worten nicht hinter dem Berg. Vorher konnten die Gäste den Film “Der Wanderschäfer” von Herbert Ostwald den Altlandsberger Schäfer durch ein Jahr seiner Arbeit begleiten. Die Veranstaltung war die zweite im Rahmen der Ökofilmtour des Landes Brandenburg, an der BürgerBildungBrandenburg seit zehn Jahren teilnimmt.

24.02.22 Ökofilmtour startet mit „Trockenland”

Brandenburg ist das Bundesland mit den – nach Berlin – geringsten Regenfällen. Schon vor der Ansiedlung von Tesla waren die zurückgehenden Wasserstände in den Seen des Landes ein Thema. Im Film “Trockenland - wem gehört das Wasser” von Simone Brannahl, Pune Djavelilevand und Daniel Donath wurde der dramatische Wassermangel an eindrucksvollen Beispielen aufgegriffen. Der Film, 2021 im rbb gezeigt, war der erste Beitrag im Rahmen der diesjährigen Ökofilmtour, der in Präsenz stattfand. BBB ist seit zehn Jahren Festivalpartner der Ökofilmtour. Leider war kein Vertreter des Wasserverbandes Strausberg-Erkner unserer Einladung gefolgt. Dafür nahmen der Gründer der Ökofilmtour Ernst-Alfred Müller und seine Stellvertreterin Katrin Springer an dem Filmabend am 24. Februar 2022 teil. Es gab eine lebhafte Diskussion, bei der es auch darum ging, was jede/r Einzelne tun kann, um mit der Ressource Wasser sparsamer umzugehen.

25.11.21 Kabarett mit Heiko Krause

„Wenn möglich, bitte wenden” hatte Heiko Krause seinen kabarettistischen Abend überschrieben. Rund eine Stunde lang ging es in der Angerscheune um die Gründung einer Terrorgruppe nach deutschem Satzungsrecht, um 3G auf dem Mond oder um die Frage, wer mit auf die Arche darf. In einer Konferenzschaltung wurde zwischen den Krisengebieten der Welt Naher Osten, Westfalenstadion und Düsseldorfer Karnevalszug hin und hergeschaltet. Besonders entlarvend waren die von Heiko Krause in der S-Bahn erlauschten und niedergeschriebenen Gespräche zwischen Jugendlichen über „Standardfrauen aus dem Darknet” oder „Übernahme in die Tierfraß-Abteilung im Baumarkt”.

Wieder eine neue Facette im vielfältigen Programm von BBB.

28.10.21 Abend mit Robin Alexander

Am 28. Oktober 2021 war der Journalist und Bestsellerautor Robin Alexander bei BürgerBildungBrandenburg e. V. zu Gast. Der heutige stellvertretende Chefredakteur der WELT war schon 2012 bei uns, damals mit seinem Buch „Familie für Einsteiger”. Diesmal las Alexander aus „Machtverfall. Merkels Ende und das Drama der deutschen Politik”. Und Robin Alexander ist ein sehr sorgfältiger Rechercheur, der sich stets auf mehrere Quellen stützt. Deshalb lesen sich die Beschreibungen, z. B. beim Kandidatenstreit zwischen Armin Laschet und Markus Söder so detailliert, als wäre man selbst dabei.

Der Autor diskutierte lange und kenntnisreich mit dem Publikum über journalistische Ethik, die Zukunft der Union und Aussichten für den Erfolg der neuen Bundesregierung. Moderiert von Heiko Krause und Kevin Gumbrecht konnten die Gäste einen der bekanntesten Journalisten Deutschlands ausfragen.

23.09.21 Historisch einmalig hohe Geldmenge im Umlauf

Dirk Rieckers informierte über Zinsentwicklung, Inflation und Deflation

„Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank nimmt den Staaten den Zwang zum Abbau der Staatsverschuldung“, war einer der Kernsätze, die Dirk Rieckers, Vorstandsmitglied der Sparkasse Märkisch-Oderland, dem Publikum verdeutlichte. Am 23. September 2021 ist der Verein BürgerBildungBrandenburg e. V. mit einer Veranstaltung zur Geldpolitik wieder gestartet. Olaf Borchardt führte mit sachkundigen Fragen in die Diskussion ein. Von Krypto-Währungen – von denen es schon rund 1.600 gab, die meist schnell verschwunden sind – über die Preisentwicklung des Warenkorbes bis zur Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) machte Dirk Rieckers eine Tour durch bank- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Dass ein wenig Inflation nicht schädlich ist oder dass die EZB das Ziel verfolgt, die Banken dazu zu bringen, das Kreditgeschäft auszuweiten, lernten die rund 20 Gäste an diesem Abend. Die Diskussion fiel entsprechend munter aus. Ein guter Start für den Verein nach der Corona-Zwangspause.

19.08.21 Der ehemalige deutsche Botschafter in Afghanistan bei uns zu Besuch

Am 24. Januar 2017 war bei uns der ehemalige deutsche Botschafter in Afghanistan, Markus Potzel, zu Besuch. Die Veranstaltung „Krise in Afghanistan – was bedeutet das für uns?“ war bis zum letzten Platz besucht.

Markus Potzel schrieb danach in unser Gästebuch:

Vielen Dank für die Einladung zu einem sehr interessanten Gespräch zur aktuellen Situation in Afghanistan. Es ist gut zu wissen, dass so viele Mitbürger wissen möchten, wie die Zukunft Afghanistans aussehen wird – ein Land, in dem nach wie vor deutschen Soldaten eingesetzt sind, deutsche Polizisten afghanische Polizisten ausbilden, deutsche Entwicklungshelfer Projekte umsetzen> und sehr viel deutsche Steuergelder hinfließen. Ich bin optimistisch, dass dieses Engagement langfristig Früchte tragen wird und im Ergebnis mehr Afghanen in ihrem Land bleiben anstatt ihr Schicksal bei uns zu versuchen. Afghanistan hätte es verdient; wir helfen dem Land dabei.

Markus Protzel, 24. Januar 2017

06.08.16 Glas in großem Stil

„Ich habe ein ganz neues Verhältnis zum Glas bekommen“, meinte eine Teilnehmerin schon nach der Hälfte der Führung durch die Produktionsanlagen der Ardagh Glasfabrik. Die Firma, die im Neuenhagener Gewerbegebiet einen ihrer acht Standorte in Deutschland hat, ist ein „stiller Star“. Denn obwohl viele der rund 20 Besucher von BürgerBildungBrandenburg seit vielen Jahren in der Region Petershagen-Strausberg-Neuenhagen wohnen, war vielen die Ardagh Fabrik unbekannt. Seit 1995 produziert das Unternehmen hier Verpackungen aus Glas – Flaschen und Gläser für Würstchen, Rotkohl, Sekt oder Korn. Ganz nach Wunsch der Kunden.

Unglaubliche 1,1 Mio. Gläser werden hier pro Tag produziert. Mit moderner maschineller Technik und mit 150 Mitarbeitern. Uwe Schulze, der die Führung leitete, wies mit einem gewissen Stolz darauf hin, dass Glas gegenüber PET-Verpackungen nicht nur haltbarer ist, sondern auch keine Reaktion zwischen Verpackung und Inhalt stattfindet.

Ausgestattet mit Mütze, Brille und vor allem Ohrenstöpseln warf die Gruppe unter Leitung von Dr. Heide-Rose Brückner Blicke in den Schmelzofen, die Abtropfanlage, die Ausformung, Verpackung und das Lager. Hitzegrade von bis zu 60 Grad machen die Arbeit nicht gerade leicht. Die Kritik an Geruchsbelästigungen, die in der „Märkischen Oderzeitung“ zu lesen war, konnten die Besucher nicht bestätigen. Uwe Schulze warb für völlige Transparenz: „Sie können in jede Tür reinschauen, wenn Sie wollen. Sie können kommen, wann sie wollen, denn die Fabrik läuft jeden Tag, auch Weihnachten und Ostern“.

Natürlich ist auch der Glasprozess kostenoptimiert und steht im internationalen Wettbewerb. Minderwertige Ware wird aussortiert und wieder eingeschmolzen. Der Kunde verlangt Top-Qualität. Über 30 LKW holen an Wochentagen die großen Paletten ab. Nur eine Palette trägt 3.700 Gläser. Die riesige Halle bietet Platz für Millionen von Gläsern.

Die Bedeutung sortenreinen Recyclings wurde ebenfalls deutlich. In Neuenhagen wird weißes Glas produziert, obwohl technisch auch andere Farben möglich wären. Dabei wird ein erheblicher Anteil Recyclingsglas verwendet. Wenn Sie also das nächste Mal zum Glascontainer gehen – werfen Sie kein Grün- oder Braunglas in den Weißglascontainer. Und schauen Sie auf den Boden ihrer Gläser im Haushalt – wenn dort die Zahl „24“ steht, handelt es sich um ein Glas aus Neuenhagen.